2012 26 Feb
Bilder Caribbean 600
Von: Andreas Hanakamp um 15:35 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | Trackback | Keine Kommentare
Großartige Photos des Caribbean 600 auf hier klicken….
Video vom Start: hier klicken….
2012 26 Feb
Finale mit Hochgefühlen und Frust
Von: Andreas Hanakamp um 1:19 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | Trackback | Keine Kommentare
Nachdem wir vom Windschatten von Guadeloupe freigekommen ware, frischte der Wind auf, ein Reff war nicht genug, wir wechselten sogar auf das kleinere Vorsegel, das an einem inneren Vorstag gesetzt wird. Lange dauerte es bis wir die nächsten beiden Yachten, Partouche und Clem am Horizont hinter den Saints Inseln hervorkommen sahen, alles bestens also. DIe Kreuz war muehsam, immer wieder hatte ich das Gefuehl das Boot läuft nur bei äusserster Konzentration vernünftige Höhe und Geschwindigkeit und ist recht verhalten, wenig agil und irgendwie schaumgebremst. Also noch mehr konzentrieren und noch mehr Konzentration der Crew verlangen, weiter draussen auf der Kante sitzen, genauer trimmen.
Endlich abfallen, aber wieder auf so einen Kurs der nicht Fock und nicht Code O ist, also mehrfach wechseln, vorbei an Antigua und wieder zur ersten Tonne bei St. Barth, dort weiter mit Code5, später auf den grossen A2 gewechselt. Wieder ist das Boot blockiert und die Vibrationen die wir seit der Regenboe am ersten Tag hatten kommen auch immer wieder. Zusätzlich dürfte am Leeruder jede Menge Seegras hängen, regelmäßig durchqueren wir grosse Felder. All diese Dinge tragen zu Stress bei, noch dazu als am Horizont Partouche wieder etwas groesser wird. Beim Geschwindigkeitspotential dieser Yachten sind 6 Meilen Abstand nicht viel, gerade einmal drei Stunden lang 2 Knoten Geschwindigkeitsunterschied.
Wieder runden wir die nächste Insel deutlich besser und vergrößern den Abstand, das bringt sichtlich Entspannung für die 35 Meilen Kreuz bis Antigua. Aber was für eine Kreuz, kurze harte Welle, und noch dazu zwei Systeme im Winkel von etwa 30Grad zueinander, davon abhängig ob sich eine Welle im Norden oder im Sueden von Antigua aufgebaut hat. Vaquita mach Bocksprünge als wäre der Namensvetter ein Delphin und kein Wal.
Unsere Strategie ist eine lose Deckung auf Partouch und wieder halten wir bei maximaler Konzentration der Abstand gerade einmal. Ich bin überzeugt, dass wir zu wenig Mastfall eingestellt haben denn ich habe schon gesehen, dass die meisten Class40´s weitaus mehr Mastfall fahren als wir. Das muss ich mir unbedingt ansehen und austesten, so ist das kein Zustand, wir wollen höher und schneller segeln als die Konkurrenz.
Wir kommen in einen 40 Grad Linksdreher und was vor Sekunden noch Abstand gegen den Wind war ist plötzlich um etwa 1/3 geschmolzen, denn nach der Wende segelt Partouch plötzlcih auf unserem Kurs, etwa eineinhalb Meilen achtern. Wie an einem Gummiband hängen wir zusammen. Im Rhythmus der Dreher verlieren wir etwas Höhe und der böige Wind ist ein Kampf. So hatte ich das Boot noch nie erlebt, muss wohl an der so anderen Welle als in der Adria hängen. Als ein kurzer Verholer und wieder in Luv vor dem Gegner positionieren, beide Boote segeln wie auf der Zielkreuz eines Olympischen Dreiecks. Endlich gelingt es uns wieder den Abstand auszubauen, ein paar Wenden noch und bei Sonnenuntergang sind wir im Ziel. Erleichterung und Freude sind grenzenlos, wir haben Top Class 40 Yachten am Wasser geschlagen, und das nicht bei irgendeiner Regatta, sondern dem RORC Caribbean 600. Jetzt anlegen und ab in die Bar.
Kurz nach dem Anlegen jedoch die Ernüchterung. Nick Elliot, der Regattaleiter des RORC konfrontiert uns mit der Tatsache, dass wir am Start die falsche Boje (von dreien) passiert hätten, nämlich die für die Superyachten. Sieht zwar so aus wie die unsrige, geht uns aber nichts an. Da das keinen Vorteil bedeutete, trotzdem den Regeln widerspricht wird uns ein Platz abgezogen. Wir könnens nicht glauben, haben wir die Bojen doch auf ihrer tatsächlichen Position direkt “gepingt”, also automatisch einen Wegpunkt gesetzt und dabei noch um die Schiffslänge die Position korrigiert. Am Startfoto ist es dann eindeutig, wir hatten in der Konzentration auf das Rennen die falsche Boje verwendet. Ein “Antrag auf Widergutmachung” da wir einige “Ungenauigkeiten” der Regattaleitung aufdeckten die den Fehler erleichterten nutzten jedoch nicht und es blieb bei unserem Platzverlust.
Bei Steak und einem Rum Punch (manche hatten angeblich auch mehrere) verflog der Kummer und die Freude über unsere Leistung am Wasser überwog wieder, nicht die Laune verderben lassen, das Segeln steht im Vordergrund und wir segeln erfolgreich seit Christof die “Vaquita” betreibt.
Am nächsten Tag fand Lars eine Leine neben dem Boot im Wasser und Christof tauchte eine 15m lange 10mm Leine mit einer großen Boje herauf, fest um unseren Kiel gewickelt und durch das Kielfenster nicht sichtbar (hatte ich kontrolliert als wir das erste Mal die Vibrationen spürten). Wir waren also etwa 500 Meilen mit dem Zeug am Kiel gesegelt und führten auch damit um den Kiel, die Diskussionen was das für das Design der aktuellen Boote bedeutet waren endlos….
Die Party am Abend mit Reggea Band war ähnlich endlos und sensationell, der einzige Schluss daraus: Seglerinnen und Segler segelt Class40 und kommt im Winter in die Karibik.
Hoffe wir sehen uns auf der Messe in Tulln, wie gewohnt sind wir in der Halle 4, direkt bei der Actionbühne. Selbstverständlich habe ich aktuelle Photos und Videos der Vaquita mit dabei und jede Menge Class40´s zu verkaufen
Beste Gruesse aus Antigua
Andreas
2012 23 Feb
Tag 3 – Konsolidierung
Von: Andreas Hanakamp um 11:47 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | Trackback | Keine Kommentare
Der Passat setzte sich bei St. Barth dann doch wieder durch und unter Gennaker flogen wir Richtung St. Martin, wechselten wieder auf die Genua und kreuzten knapp an der Kueste Richtung Osten bis Tintamarre. Darauf folgten 90 Meilen spitze Raume teils unter Genua, teils unter Code 0. Inzwischen hatten wir die Verfolger hinter dem Horizont verloren – noch war nichts gewonnen, die Flaute in Lee von Guadeloupe bot noch alle Chancen das Ergebnis komplett umzudrehen.
In Lee von Guadeloupe hatte ich einen Hilfwegpunkt etwa 5 Meilen von der Kueste gesetzt. Dieser hatte sich als Resultat meiner Arbeit mit Jure ergeben und stellte den Kompromiss aus Flautenrisiko und zu grosser Vorsicht dar. Sobald wir in leichten Wind liefen, tauchte knapp unter der Kueste Partouche auf und behielt den Wind weitaus laenger als vermutet – und parkte sich dann gruendlich ein. Aber auch wir standen eine Zeit lang in der Flaute herum. Weiter seewaerts kam dann 40 Degrees auf – und parkte noch frueher. Offensichtlich kam Partouch zuerst aus der Flaute und 40 Degrees musst mit gebrochener Rollanlage aufgaben – schade.
Aus der Flaute kamen wir mir mehreren Segelwechsel, Stagsegel als Windfaenger am Vorstag, Code 0, Genua, nach 2 Stunden waren wir wieder draussen und nach dem Kap frischte der Wind auf 20kn bei sehr unangenehmer Welle auf. Zuerst ein Reff ins Gross, dann noch auf das Stagsegel gewechselt – es folgten sehr unangenehme Stunden bis wir endlich wieder abfallen konnten.
Zwei Stunden vor Daemmerungsbeginn wieder Code 0, die Geschwindigkeit steigt um beinahe 2 Knoten. Bange Momente als die Befestigung am Bugspriet bricht, obwohl dort schon das staerkste Dyneema das durch das Loch passt in Verwendung ist. EVentuell doch nicht so fest anziehen….
Naechster Wegpunkt ist wieder die North Sails Tonne bei Barbuda. Wir haben weniger als 90 Meilen vor uns. Der Class40 Rekord ist leider ausser Reichweite, den Sieg wollen wir uns nicht mehr nehmen lassen. Aber auch auf 90 Meilen kann noch viel passieren, daher nicht mit der Konzentration nachlassen und Vollgas segeln bis zur letzten Meile.
Gruesse aus der Naehe von Barbuda
Andreas
2012 23 Feb
Tag 2 – Gejagt
Von: Andreas Hanakamp um 11:26 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | Trackback | Keine Kommentare
Gejagt Seit unserem Durchbruch in der Regenboe sind wir die gejagten und schauen immer ueber unsere Schulter, mit den Augen oder elektronisch. Ueber weite Strecken haben wir kein Internet und damit auch keine Info wie unsere Gegner unterwegs sind. Seit Saba hben wir den Eindruck alles so weit richtig gemacht zu haben. Auf der Kreuz von Saba nach St. Barth schlief zwischendurch der Wind ein, wir waren auf der richtigen Seite als der Wind von links kam, hoch ueber 40 Degrees und Icarus, die beide 4 Meilen in Lee von uns waren. Unter Gennaker nach St. Martin konnten wir unter Gennaker auf sieben Meilen ausweiten und sahen die anderen Boote gerade am Horizont noch als wir die Kreuzan der Westkueste von St. Martin beendeten. Bei Sonnenuntergang den Code0 gesetzt und spitz mit sehr viel Druck wieder nach Sueden. Un Mitternacht (gerade jetzt) wieder auf die Fock gewehselt da wir bei 20kn Wind die Hoehe fuer Montserrat nicht halten konnten. Routing ist bei dieser Regatta weniger bedeutsam, ich verwende Expedition als Navigationsprogramm und um einen Ueberblick ueber die Windentwicklung zu haben. Die Winddaten des ECMWF Modells stimmen sehr gut. Stroemungsgribs habe ich von tidetech. Ansonsten sehr wenig Schlaf, wenig zu essen da es entweder zu heiss zum Kochen und Essen oder zu unkomfortable ist. Noch gut 25nm zu segeln, keine Zeit nachzulassen, keinen Bruch riskieren. Die naechste Herausforderung ist es, den Windschatten von Guadeloupe zu passieren. Gruesse von Bord, Andreas
2012 21 Feb
Heisser Start
Von: Andreas Hanakamp um 5:36 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | Trackback | Keine Kommentare
Wie immer, intensive Tage vor dem Start. Sonntag ein Training eingelegt, war gut damit alle sich wieder an das Schiff erinnern, beziehungsweise es ueberhaupt kennenlernen. Diesmal haben wir Verstaerkung durch Tom von Humphreys Design Office und Lars, dem Designer unserer neuen Elvstrom Sails Fock.
Kurz vor dem Start zog eine Regenwolke mit ueber 20kn Wind durch, Nerven bewahren und nicht auf kleinere Segel wechseln. Nur zu sechst an Bord sind Segelwechsel nicht so leicht rueckgaengig zu machen. Zum Start dann 15kn aus Ost, Vollgas los und gleich vorne weg, ein Start wie er uns gefiel. Kurz spaeter wurde der Wind weniger und uns klar, dass hier die Trauben hoeher hanegen,wir wurden zuerst von 40 Degrees und dann von Icarus ueberholt. Bisher hatten wir das Boot nicht gegen andere schnelle Class40 Yachten segeln koennen, hier ist das definitiv anders. Vaquita ist mit Abstand das aelteste Schiff, Baunummer 49. Bis 40 Degrees mit Baunummer90 zu Wasser kam, wurden nach Vaquita nahezu ebensoviele Boote gebaut, wie seit dem Beginn der Klasse. Partouche mit Nr 113 und Icarus mit Nr 116 sind offensichtlich brandneu. Bei Lecihtwind und Kabbelwasser fuehlten wir uns nicht wohl und mussten schwer kaempfen um den Anschluss nicht zu verlieren.
Unter Code 0 holten wir etwas auf, beim Wechsel auf denA2 Gennaker verfaedelte ich mich mit der Schot und wir verloren wieder, bem Leebogen holten wir wieder auf, konnten aber insgesamt nur den dritten Platz behaupten. Erst nach der Halse war klar, wir hatten einen hinteren Tank nahezu voll mit Wasser. Nach der Halsentonne ging Vaquita wieder auf die Jagd. Zuerst Icarus bei 10kn Wind einfach ueberholt (der gute A2 und Christof am Steuer). Als die Regenboe mit25kn Wind einsetzte querten wir Icarus Kurslinie 100m vor ihrem Bug und rauschten mit zeitweise 20kn nach Lee waehrend die Konkurrenz offensichtlich versuchte auf Kurs zu bleiben.
Als der Regen vorbei war konnten wir den naechsten Wegpunkt nahezu anliegen waehrend die anderen Boote Vorwind segeln mussten, Ergebnis ein kleines Kroenchen fuer die Fuehrung. Diese konnten wir zum naechsten Report hin auf 5 Meilen ausbauen, jetzt segeln wir gerade an Nevis vorbei unter A2 und es steht der Wechsel auf den Code 5 Rollgennaker an.
1724N 06215W, Gruesse von Bord,
Andreas
2012 20 Feb
Hurra – wir segeln gegen Class40´s
Von: Andreas Hanakamp um 5:18 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | Trackback | Keine Kommentare
Wir sind startklar zu unserer ersten echten Class40 Regatta, dem Caribbean 600 Race. Start Antigua, dann kreuz und quer durch die nördlichen Karibikinseln und wieder zurück nach Antigua. Direkt gegen eine brandneue Pogo 2 aus Frankreich und die 40 Degrees aus England. Ein oder zwei weitere Gegner treffen erst vor dem Start ein. Mit an Bord eine neue Genua von Elvstrom Sails, wieder einmal eine Neuentwicklung mit einem zweiten Schothorn um dem Segel einen breiteren Einsatzbereich zu geben. Photos folgen in den nächsten Tagen.
Schwierig ist die Segelentscheidung, da wir “nur” drei Gennaker mitnehmen dürfen. Heute Abend noch mit Tom Humphreys die von Jure Jerman gelieferten Wetterdaten analysiert, voraussichtlich lassen wir den A6 an Land und segeln mit zwei Rollgennakern zusätzlich zu dem grossen A2. Wie es aussieht gibts nicht mehr als 20kn Wind und die nur zeitweise von achtern. Dafür gibts umso mehr Halbwind und spitze Raume. Die entdgültige Entscheidung fällt aber erst morgen Früh.
Zur Zeit ist Antigua ein fast unwirklicher Platz. In Falmouth und English Harbour zusammen befinden sich Yachten im Wert von mehr als 1Mrd Euro, geschätzt natürlich nur und das wahrscheinlich auch vorsichtig. Waren vor ein paar Jahren Yachten über 90 Fuss schon Mega Yachten, dann liegen hier die Super Mega Yachten. 150 Fuss und mehr sind keine Seltenheit….ein Teil davon segelt auch das Carib 600. Wer allerdings mehr Spass hat, weiss ich nicht so wirklich.
Werde wieder von Bord berichten, erwarte allerdings dass das Segeln sehr intensiv wird……
Gruesse vom Sommer in den Winter,
Andreas
PS: Photos, Berichte, Ergebnisse auf der Website des Royal Ocean Racing Clubs www.rorc.org










